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Lebst du schon oder träumst du noch?

Traumhaus
Ich sehe jeden Tag vielen Menschen, die sich ein besseres Leben wünschen. Menschen die Träume haben und Ziele verfolgen. Oft habe ich das Gefühl, dass einige von diesen Menschen vor lauter Plänen und Umsetzungen vergessen in der Gegenwart zu leben. 

Lange Zeit ging es mir genau so. Ich habe den ganzen Tag damit verbracht zu arbeiten, Pläne zu schmieden, mir Gedanken zu machen, neue Ziele zu setzen und neue Projekte in die Wege zu leiten. 
Zusätzlich zu meinem Studium habe ich Stunden am Computer oder Schreibtisch verbracht. Bis hier hin nicht ungewöhnlich, denn wer viel erreichen will, der muss auch einiges dafür tun.

Vor lauter Beschäftigung bemerkte ich nicht, dass ich plötzlich immer unzufriedener mit meiner aktuellen Situation wurde. Ich habe alles was mir Freude bereitet aufgeschoben. Wenn ich erst einmal alles fertig habe, alle Ziele erreicht, so hab ich damals gedacht, würde ich das alles schon nachholen. 

Mit der Zeit wurde es immer schlimmer. Ich arbeitete viel, aber am Ende des Tages war ich nicht mit meinen Ergebnissen zufrieden, es fühlte sich an, als sei ich kein Stück näher an mein Ziel gekommen. Trotzdem motivierte ich mich immer weiter. Ich war mir sicher, dass sich irgendwann der ganze Verzicht gelohnt haben würde.

Ich träumte von einem Leben, in dem ich jede Menge schöne Momente erleben würde, ich mit mir selbst im Reinen wäre und alle Arbeit getan sei.

Am Ende kommt es bekanntlich immer anders als man denkt. Der ganze Stress, die vielen Arbeitsstunden und der fehlende Ausgleich waren der Grund dafür, dass ich total überlastet war. Ich war eingesperrt hinter Mauern, die ich selbst errichtet hatte. Ich wollte ausbrechen, aber mir fehlte einfach die Kraft.

Ich war ausgebrannt, das Feuer war erloschen und der Traum vom schönen Leben vorbei. Zu lang hatte ich mich selbst und meine Bedürfnisse völlig ignoriert und zuletzt schlichtweg vergessen. Es folgten viele Tage absoluter Verzweiflung und Ausweglosigkeit. Ich konnte den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und war gefangen in meinem eigenen Labyrinth.

Danach ging es einige Zeit hin und her. Mal lief es gut und mal so lala, aber irgendwie schaffte ich es nicht, mit beiden Beinen wieder den Boden zu berühren. Erst nach meinem Jahresurlaub fühlte ich mich endlich wieder lebendig und hatte genug Energie gesammelt, um mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Schritt für Schritt konnte ich so wieder zu gewohnten Kräften zurückfinden.

Ich wünsche diese Erfahrung niemandem und trotzdem bin ich der Meinung, dass ich diesen Umweg in meinem Leben gebraucht habe. Ich habe vor allen Dingen gelernt, dass mein Leben auch heute schon genau so sein kann, wie ich es mir wünsche.

Wenn ich morgen vielleicht nicht mehr bin, dann will ich bis dahin ein wunderbares Leben gelebt haben. Mit schönen Momenten und immer in der Gewissheit, dass es meiner Seele und meinem Körper gut geht. Mit Menschen um mich herum, die ich liebe und die mir gut tun und mit einer Tätigkeit, die mir Freude bereitet.
Ich habe auch weiterhin große Ziele und arbeite hart daran, diese Ziele zu erreichen. Dennoch versuche ich die Gegenwart bestmöglich auszukosten, zu leben und zu lachen und einfach glücklich zu sein und vor allen Dingen zufrieden, mit allem, was ich bis jetzt erreicht habe.

Auch wenn du noch nicht da bist, wo du gerne sein würdest, bist du jetzt genau da, wo du im Moment sein solltest.

Ich glaube daran, dass zur richtigen Zeit, auch der richtige Moment in meinem Leben kommt. Mit ein bisschen Geduld und Selbstliebe, kann man diese Zeit gut überbrücken. Am wichtigsten ist es, das Leben zu genießen in vollen Zügen und so gut es geht. Jeder Moment ist einmalig und kommt nie wieder zurück. Achte auf dich selbst und auf die Menschen und Eindrücke in deiner Umgebung. Gestalte dein Leben so, wie es dir gefällt und versuche aus jeder Situation das Beste herauszuholen.

Es ist nie zu früh und nie zu spät seine Träume zu leben!

2 Gedanken zu „Lebst du schon oder träumst du noch?

  1. Sehr schön geschrieben liebe Gina! 🙂
    Leider wird einem so etwas meistens erst bewusst, wenn es schon zu spät ist oder der Zeige kurz vor Zwölf steht.
    Es freut mich sehr für Dich, dass du es aus diesem Hamsterrad raus geschafft hast!
    Hab noch eine tolle Woche. 🙂

    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Hallo Julia,

      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Das sagst du was. Leider läuft es ja meistens so, aber deswegen bin ich auch froh, diese Erfahrung nun hinter mir zu haben. Ein zweites Mal passiert mir das nicht mehr und das ist eben die Hauptsache!

      Ich wünsche dir auch noch eine erfolgreiche Woche.
      Lieben Gruß, Gina 🙂

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